:: Pressemitteilungen zum Thema "Vergessener Bohrer" ::

Bild-Zeitung vom 23.01.2012 - "In meiner Schulter steckt ein Bohrer"

Dorsten – Das tut weh! Hier hat der Arzt bei der OP eine abgebrochene Bohrerspitze vergessen...
Gerhard K. (76) trägt einen Verband an der linken Schulter. Täglich muss er zum Arzt, Wundflüssigkeit absaugen lassen. 2008 wurde dem pensionierten Maurer nach einem Skiunfall ein Schultergelenk eingesetzt – leider saß es nicht richtig.

Das Bergmannsheil bedauert den Vorfall, hat seine Versicherung eingeschaltet

Gerhard K.: „2009 setzte man mir im Bochumer Bergmannsheil eine andere Prothese ein. In der Reha stiegen plötzlich meine Blutwerte, eine Entzündung in der Schulter. Ich wurde punktiert, bekam Antibiotika.”
2011 wurde Gerhard K. wegen Darmproblemen behandelt. Weil er aber auch die Schmerzen in der Schulter nicht mehr aushalten konnte, wurde er in der Klinik geröntgt.

Der Schock: Auf dem Röntgenbild war eine abgebrochene Bohrerspitze zu sehen.

Gerhard K.: „Es hätte das komplette Gelenk herausgenommen werden müssen, um an den Bohrer zu kommen. Die Ärzte haben aber davon abgeraten, weil ich die OP wegen meines schwachen Herzens nicht überleben würde.“

Nun hat er Patientenanwalt Stefan Hermann (46) eingeschaltet. „Die Versicherung des Krankenhauses scheint auf Zeit zu spielen, was eine Unverschämtheit ist. Zahlt sie nicht bis Ende Januar 50 000 Euro, reichen wir Klage ein!“

Das Bergmannsheil in Bochum bestätigt den Vorfall.

Ein Sprecher: „Wir bedauern, dass es dazu gekommen ist, können nachvollziehen, dass der Vorgang für den Patienten belastend ist. Wir haben unseren Versicherer mit der Regelung des Vorganges beauftragt.“
 

Dorstener Zeitung vom 21.01.2012 - Bohrerspitze bei OP abgebrochen

Dorstener Gerhard Krebs fordert Schmerzensgeld vom Bochumer Bergmannsheil

DORSTEN/BOCHUM Seit drei Jahren leidet Gerhard Krebs unter starken Schmerzen in seiner operierten Schulter. Bis sich auf einem Röntgenbild die mögliche Ursache herausstellte: Im Schulterblatt-Bereich war eindeutig der Bohr-Einsatz eines OP-Bohrers zu erkennen. Nun fordert der Dorstener Rentner Schmerzensgeld.

Denn seit dieser Zeit ist das Leben des 76-jährigen Witwers erheblich beeinträchtigt. Er musste umziehen, da er auf die Hilfe der Familie seiner Tochter angewiesen ist. Alle paar Tage muss er zum Arzt, da sich auf Grund der OP eine chronische Infektion gebildet hat. Regelmäßig muss eine Fistel versorgt werden - die Wunde kann nicht dauerhaft verschlossen werden, da hierüber ein sich ständig entwickelndes Sekret ablaufen muss.

Der Leidensweg des Dorsteners begann im Winter 07/08, als er im Ski-Urlaub auf seine Schulter stürzte. Im Dorstener Krankenhaus bekam er daraufhin ein künstliches Gelenk eingesetzt, hatte aber danach mit anhaltenden Bewegungseinschränkungen zu kämpfen. Weswegen er ein Jahr später das Bochumer Bergmannsheil aufsuchte, wo ihm die Mediziner eine neue Schulterprothese einsetzten.

Doch auch danach war der Patient nicht beschwerdefrei, im Gegenteil. Nachdem er weitere Ärzte konsultiert hatte, fand schließlich ein Mediziner im Dorstener St.-Elisabeth-Hospital das OP-Werkzeug auf dem Röntgenbild. In Dorsten wurde Gerhard Krebs eigentlich wegen einer Darmerkrankung behandelt, dort berichtete er aber auch von seinen Schulterproblemen.

In einem Gelsenkirchener Krankenhaus wollte sich der Dorstener den Bohrer entfernen lassen, die Ärzte rieten aber ab: Der Eingriff sei zu risikoreich, da er bereits zwei künstliche Gelenke eingesetzt bekommen hatte. Es hätte eine Versteifung der Schulter gedroht.

Inzwischen hat Gerhard Krebs die Kanzlei des Marler Anwalts Stefan Hermann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Der fordert nun von der Klinik Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von zusammen 63.000 Euro für seinen Mandaten, zudem 650 Euro monatliche fiktive Haushaltsführungskosten.

Das Bochumer Bergmannsheil erklärte, dass während der Operation die Bohrspitze eines OP-Bohrers abgebrochen sei. "Im Rahmen einer medizinischen Abwägung" sei diese im Schulterblatt verblieben, "da die mit einer operativen Entfernung verbundenen Risiken für Herrn Krebs belastender gewesen wären".
Die Klinik habe ihren Versicherer mit der Regelung des Vorgangs beauftragt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Die Klinik bedauere den Fall: "Wir können nachvollziehen, dass der Vorgang für Herrn Krebs belastend ist."

Ruhr Nachrichten vom 20.01.2012 - Bohrerspitze bei OP abgebrochen

DORSTEN/BOCHUM Seit drei Jahren leidet Gerhard Krebs unter starken Schmerzen in seiner operierten Schulter. Bis sich auf einem Röntgenbild die mögliche Ursache herausstellte: Im Schulterblatt-Bereich war eindeutig der Bohr-Einsatz eines OP-Bohrers zu erkennen. Nun fordert der Dorstener Rentner Schmerzensgeld.

Denn seit dieser Zeit ist das Leben des 76-jährigen Witwers erheblich beeinträchtigt. Er musste umziehen, da er auf die Hilfe der Familie seiner Tochter angewiesen ist. Alle paar Tage muss er zum Arzt, da sich auf Grund der OP eine chronische Infektion gebildet hat. Regelmäßig muss eine Fistel versorgt werden - die Wunde kann nicht dauerhaft verschlossen werden, da hierüber ein sich ständig entwickelndes Sekret ablaufen muss.

Der Leidensweg des Dorsteners begann im Winter 07/08, als er im Ski-Urlaub auf seine Schulter stürzte. Im Dorstener Krankenhaus bekam er daraufhin ein künstliches Gelenk eingesetzt, hatte aber danach mit anhaltenden Bewegungseinschränkungen zu kämpfen. Weswegen er ein Jahr später das Bochumer Bergmannsheil aufsuchte, wo ihm die Mediziner eine neue Schulterprothese einsetzten.

Doch auch danach war der Patient nicht beschwerdefrei, im Gegenteil. Nachdem er weitere Ärzte konsultiert hatte, fand schließlich ein Mediziner im Dorstener St.-Elisabeth-Hospital das OP-Werkzeug auf dem Röntgenbild. In Dorsten wurde Gerhard Krebs eigentlich wegen einer Darmerkrankung behandelt, dort berichtete er aber auch von seinen Schulterproblemen.

In einem Gelsenkirchener Krankenhaus wollte sich der Dorstener den Bohrer entfernen lassen, die Ärzte rieten aber ab: Der Eingriff sei zu risikoreich, da er bereits zwei künstliche Gelenke eingesetzt bekommen hatte. Es hätte eine Versteifung der Schulter gedroht.

Inzwischen hat Gerhard Krebs die Kanzlei des Marler Anwalts Stefan Hermann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Der fordert nun von der Klinik Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von zusammen 63.000 Euro für seinen Mandaten, zudem 650 Euro monatliche fiktive Haushaltsführungskosten.

Das Bochumer Bergmannsheil erklärte, dass während der Operation die Bohrspitze eines OP-Bohrers abgebrochen sei. "Im Rahmen einer medizinischen Abwägung" sei diese im Schulterblatt verblieben, "da die mit einer operativen Entfernung verbundenen Risiken für Herrn Krebs belastender gewesen wären".
Die Klinik habe ihren Versicherer mit der Regelung des Vorgangs beauftragt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Die Klinik bedauere den Fall: "Wir können nachvollziehen, dass der Vorgang für Herrn Krebs belastend ist."
 

 

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